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Max Krieger

Der Lagevortrag: Aufbau und Durchführung

Letzte Aktualisierung: 10.03.2026 | Themengebiet: Lagedarstellung | Quelle: BBK-Handbuch Stabsarbeit

1. Zweck des Lagevortrags

Der Lagevortrag ist das zentrale Kommunikationsinstrument im Verwaltungsstab. Er dient dazu, der Stabsleitung und den übrigen Sachgebieten eine strukturierte, aktuelle und entscheidungsorientierte Darstellung der Gesamtlage zu vermitteln. Ohne einen klaren Lagevortrag fehlt der gemeinsame Bezugsrahmen für alle weiteren Maßnahmen.

Der Vortragende (in der Regel S2 - Lage) fasst die Erkenntnisse aus allen Sachgebieten zusammen, bewertet sie und leitet daraus Handlungsempfehlungen ab. Der Lagevortrag bildet damit die Grundlage für die Entscheidungen der Stabsleitung und die Koordination der Sachgebiete untereinander.

2. Aufbau nach LAGE-Schema

Das LAGE-Schema ist eine bewährte Struktur für den Lagevortrag. Es gliedert sich in vier Abschnitte:

Abschnitt Inhalt Beispiel
Lage Aktuelle Situation, was ist eingetreten, wo, wann „Stromausfall seit 6h in weiten Teilen der Kommune…“
Auswirkungen Betroffene Bereiche, kritische Infrastruktur, Bevölkerung „3 Pflegeheime ohne Strom, Wasserversorgung eingeschränkt…“
Getroffene Maßnahmen Bisher veranlasst, laufende Aktivitäten „Notstrom verteilt an Klinikum, Einsatzleitung informiert…“
Erforderliche Maßnahmen Nächste Schritte, Entscheidungsbedarf „Evakuierung prüfen für Pflegeheim Nord, Abstimmung mit Landkreis…“

3. Häufige Fehler

  • Zu viel Detail: Der Vortrag wird durch unwesentliche Einzelheiten überladen und verliert an Klarheit.
  • Fehlende Bewertung: Es werden nur Fakten genannt, ohne Einschätzung der Dringlichkeit oder Priorität.
  • Keine Handlungsempfehlung: Die Stabsleitung erhält keine klare Empfehlung, was als nächstes zu tun ist.
  • Veraltete Informationen: Der Vortrag basiert auf älteren Meldungen, ohne aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen.

4. Praxistipps

  • Halten Sie den Vortrag kurz und prägnant - in der Regel 5-10 Minuten.
  • Beginnen Sie mit der wichtigsten Information und arbeiten Sie sich zu den Details vor.
  • Formulieren Sie am Ende eine konkrete Entscheidungsfrage oder Handlungsempfehlung.