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Max Krieger

Rollen im Verwaltungsstab nach BBK 2-Stabsmodell

Stand: 14.03.2026 | Themengebiet: Stabsorganisation | Quelle: BBK-Handbuch, DV100, FueRi

Das BBK 2-Stabsmodell bildet die Grundlage für die Organisation von Krisenstäben in deutschen Behörden. Es unterscheidet zwischen dem Verwaltungsstab (VwS) und dem Führungsstab bzw. der Technischen Einsatzleitung (TEL). Der Verwaltungsstab übernimmt die administrativ-organisatorischen Aufgaben, während der Führungsstab die operativ-taktische Einsatzleitung wahrnimmt. Beide Stäbe arbeiten parallel und sind über die Koordinierungsgruppe des Verwaltungsstabs (KGS) miteinander verbunden.

Das BBK 2-Stabsmodell trennt die administrativ-organisatorische Komponente (Verwaltungsstab) von der operativ-taktischen Komponente (Führungsstab/TEL). Beide Stäbe arbeiten parallel und sind über die KGS miteinander verbunden.

1. Leitung VwS (Leitung des Verwaltungsstabs)

Die Leitung des Verwaltungsstabs obliegt in der Regel dem Landrat bzw. Oberbürgermeister oder einem Stellvertreter. Sie trägt die Gesamtverantwortung, koordiniert die Stabsarbeit und trifft die finalen Entscheidungen.

Kategorie Inhalt
KernaufgabenGesamtkoordination, Entscheidungsverantwortung, Vertretung nach außen, Leitung der Stabssitzungen
Typische EntscheidungenAusrufung Katastrophenfall, Evakuierungsanordnungen, Ressourcenzuteilung, Pressemitteilungen freigeben
KommunikationspartnerAlle S-Bereiche, Führungsstab, politische Ebene, Medien
Typische StressorenPolitischer Druck, Medienanfragen, unvollständige Informationen, Zeitdruck bei Entscheidungen
Typische FehlerZu späte Entscheidungen, fehlende Delegation, Übersteuerung der Sachgebiete

2. KGS (Koordinierungsgruppe des Verwaltungsstabs)

Die KGS koordiniert die Abstimmung zwischen Verwaltungsstab und Führungsstab. Sie stellt den Informationsfluss sicher und vermeidet Doppelarbeit sowie widersprüchliche Anweisungen.

Kategorie Inhalt
KernaufgabenAbstimmung zwischen Verwaltungsstab und Führungsstab, Informationsfluss sicherstellen, Doppelarbeit vermeiden
Typische EntscheidungenPriorisierung von Informationsweitergabe, Schnittstellenmanagement
KommunikationspartnerLeitung VwS, Führungsstab/TEL, alle S-Bereiche
Typische StressorenInformationsüberflutung, widersprüchliche Meldungen, Schnittstellenkonflikte
Typische FehlerFilterverlust bei Informationen, Verzögerung durch Abstimmungsschleifen

3. S1 - Personal

Das Sachgebiet Personal ist verantwortlich für Personalplanung, -einsatz und die Organisation von Schichtwechseln. Es kümmert sich um Verpflegung und Unterbringung des Stabs sowie um die Dokumentation.

Kategorie Inhalt
KernaufgabenPersonalplanung und -einsatz, Schichtwechsel organisieren, Verpflegung/Unterbringung des Stabs, Dokumentation
Typische EntscheidungenSchichtplanung, Personalaufstockung, Ablösung erschöpfter Mitarbeiter
KommunikationspartnerLeitung VwS, Personalamt, alle S-Bereiche
Typische StressorenPersonalengpässe, Dauereinsatz, Erschöpfung im Team
Typische FehlerFehlende Ablöseplanung, keine Dokumentation der Arbeitszeiten

4. S2 - Lage

Das Sachgebiet Lage erstellt das Lagebild, bewertet die Situation und stellt sie dar. Es führt den Lagevortrag und ist zentral für die Informationsaufbereitung im Stab.

Kategorie Inhalt
KernaufgabenLagefeststellung, Lagedarstellung, Lagebewertung, Lagevortrag, Führen des Lagebilds
Typische EntscheidungenPriorisierung eingehender Meldungen, Bewertung der Lageentwicklung, Prognosen
KommunikationspartnerAlle S-Bereiche, Führungsstab, Leitstelle, externe Melder
Typische StressorenInformationsflut, widersprüchliche Meldungen, Zeitdruck beim Lagevortrag
Typische FehlerZu detaillierter Lagevortrag, fehlende Bewertung/Prognose, veraltete Informationen

5. S3 - Bevölkerungsschutz und Maßnahmen (BuMA)

Das Sachgebiet BuMA plant und koordiniert Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung: Evakuierung, Unterbringung, Versorgung und Warnung.

Kategorie Inhalt
KernaufgabenMaßnahmenplanung, Evakuierung, Unterbringung, Versorgung der Bevölkerung, Warnung
Typische EntscheidungenEvakuierungsradien, Notunterkünfte, Warnmeldungen, Maßnahmenprioritäten
KommunikationspartnerLeitung VwS, S2, Führungsstab, Hilfsorganisationen, THW
Typische StressorenZeitkritische Entscheidungen, Ressourcenknappheit, Bürgeranfragen
Typische FehlerZu späte Evakuierungsentscheidung, unzureichende Kapazitätsplanung

6. S4 - Versorgung

Das Sachgebiet Versorgung sichert die Materialversorgung, Logistik, Notstrom, Treibstoff und die Verpflegung der Bevölkerung.

Kategorie Inhalt
KernaufgabenMaterialversorgung, Logistik, Notstrom, Treibstoff, Verpflegung der Bevölkerung
Typische EntscheidungenNotstromverteilung, Ressourcenpriorisierung, Beschaffung
KommunikationspartnerS3, Führungsstab, THW, Versorgungsunternehmen, Lieferanten
Typische StressorenEngpässe, Lieferverzögerungen, konkurrierende Bedarfe
Typische FehlerFehlende Bestandsübersicht, keine Priorisierung bei Knappheit

7. S5 - Recht (Presse/Medien/Recht)

Das Sachgebiet S5 vereint rechtliche Beratung, Presse- und Medienarbeit sowie Bürgerinformation. Es prüft Rechtsgrundlagen und formuliert offizielle Kommunikation.

Kategorie Inhalt
KernaufgabenRechtliche Beratung, Allgemeinverfügungen, Pressemitteilungen, Medienbetreuung, Bürgerinformation
Typische EntscheidungenRechtsgrundlagen für Maßnahmen, Formulierung Pressemitteilungen, Social-Media-Strategie
KommunikationspartnerLeitung VwS, Rechtsamt, Pressestelle, Medienvertreter
Typische StressorenMediale Berichterstattung, juristische Unsicherheit, Gerüchte in Social Media
Typische FehlerVerspätete Pressemitteilung, ungeprüfte Rechtsgrundlage, widersprüchliche Kommunikation

8. S6 - IuK (Information und Kommunikation)

Das Sachgebiet IuK sichert die Kommunikationsinfrastruktur, IT-Systeme und Funkverbindungen. Es stellt die technische Dokumentation sicher.

Kategorie Inhalt
KernaufgabenKommunikationsinfrastruktur, IT-Systeme, Funkverbindungen, Dokumentation technisch sicherstellen
Typische EntscheidungenAlternative Kommunikationswege, Priorisierung Netzkapazitäten
KommunikationspartnerAlle S-Bereiche, IT-Dienstleister, Netzbetreiber
Typische StressorenSystemausfälle, Überlastung der Kommunikationswege, Cyberbedrohungen
Typische FehlerKeine Redundanz bei Kommunikation, fehlende Backup-Systeme